16 août 2013

FALKENSEER STADT – Ein Wandbild für den Falkenhorst – Journal 8/2013

MontageFalkensee

Eine phantasievolle gemalte Erinnerung an das alte Dorf Seegefeld wird schon bald das Wohngebiet Falkenhorst schmücken. Im September wird die Giebelwand des Hauses Coburger Straße 35 – mit Blickrichtung zur Falkenstraße – eingerüstet. Sodann werden die Fassadenmaler der französischen Firma CitéCréation auf der kompletten Giebelwand ein farbenprächtiges Bild entstehen lassen, das zu einem Blickfang in dem am dichtesten besiedelten Falkenseer Wohngebiet werden soll.

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 „Unser Wohngebiet soll noch schöner werden“, sagt Ralf Zimmermann, geschaÅNftsführender Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Falkenhorst, zu deren Bestand das Haus gehört. „Zugleich soll das Wandbild den genossenschaftlichen Gedanken widerspiegeln.“

Ausgewählt wurde deshalb für den Vordergrund des Wandbildes das bekannte Fontane-Motiv vom alten Herrn von Ribbeck, dem Birnbaum und der „Deern“. „Für uns ist es die Idee vom sicheren und sozialen Wohnen, die wir immer an die nächste Generation weiterreichen“, so Zimmermann.

 Die Idee, die von Ribbecks in das Bild zu verpflanzen, ist jedenfalls nicht weit hergeholt – immerhin war ein Zweig dieser havelländischen Adelsfamilie jahrhundertelang Besitzer des Rittergutes Seegefeld und aus dem Gutsdorf Seegefeld ist nach dem Zusammenschluss mit dem Nachbardorf Falkenhagen die heutige Stadt Falkensee hervorgegangen.

 Ein ausdrücklicher Wunsch der WGFMieter war es, den alten Seegefelder Dorfkern mit ins Bild zu nehmen. So wird die Silhouette der Seegefelder Kirche den Hintergrund des Bildes bestimmen und auch das Gutshaus, das Ende der 1950er Jahre abgerissen wurde, wird auf der Falkenhorster Fassade eine künstlerische Wiederauferstehung feiern. Die Mieterversammlung rückte auch noch einen Teich ins Bild, denn „Falkensee“, so die Begründung, „war und ist für seine Tümpel bekannt“. Fassadenmaler mögen bekanntlich die Augentäuschung. Deshalb wird es Auch auf der Giebelwand an der Coburger Straße einige täuschend echte Fenster mit freundlich dreinschauenden, aber fiktiven Nachbarn geben und vor dem Durchblick in das alte Dorf Seegefeld wird ein Junge mit einem Drachen vor dem Bild entlanglaufen. Sämtliche Details können voraussichtlich Anfang Oktober, sobald die Gerüste vor dem Wandbild fallen werden, in Augenschein genommen werden. „Das wird ein Giebel, auf den man schaut“, ist sich Ralf Zimmermann schon jetzt sicher.

 Künstlerisch federführend für das Wandbild ist Halem Bensaid, Mitbegründer der Künstlergruppe CitéCréation, die erstmals in den 1970er Jahren im französischen Lyon mit ihren monumentalen Wandbildern Aufsehen erregte. Inzwischen umfasst die Gruppe rund 80 Künstler, sie stattete bereits mehr als 600 Gebäudefassaden mit großflächigen Malereien aus und gilt als Weltmarktführer der Wandmalerei. Das jüngste Werk in Berlin ist ein 22.0000 Quadratmeter großes Wandbild an einem Wohnblock in Berlin- Lichtenberg.

 Diese Bilder sind nach dem Selbstverständnis der Künstler „von starker kultureller Identität, sie folgen ihrer Berufung zu verschönern und zu verzaubern, Gebäude in ein anderes Licht zu setzen, um der breiten Öffentlichkeit Träume zu geben, Vergnügen zu bereiten und Stolz zu verleihen.“ Falkensee schaut schon jetzt gespannt auf eine noch kahle, aber viel versprechende Giebelwand mitten im Wohngebiet Falkenhorst. Siehe auch WebCam unter www.wg-falkenhorst.de. UG

 Links: Diese Ansicht des alten Dorfes Seegefeld wird im September an der Giebelwand eines Wohnhauses an der Coburger Straße als Wandbild entstehen. Rechts: Die jetzige Fassade.

©Fotos: WGF/bvs